Cloud Computing Anbieter im Test

Für viele Menschen ist der Begriff des Cloud-Computing immer noch sehr abstrakt. Eine klare Vorstellung gibt es nicht, weil auch die Definition längere Zeit nicht wirklich feststand. Dabei geht es beim Cloud Computing aber um ein einfaches Prinzip, welches wir an dieser Stelle erläutern werden.

Cloud ComputingCloud Computing bedeutet soviel wie Rechnerwolke oder Rechnen in der Wolke. Die Cloud-Computing-Definition wäre demnach, dass die zum Berechnen der einzelnen Aufgaben benötigten Ressourcen, seien es Prozessoren, Grafikkarten, Festplattenspeicher, Programme oder ähnliches, gebündelt und an einem bestimmten Ort zentriert werden. Damit geht man mit der Umsetzung des Cloud Computing Prinzipes weg von Fdefinitionder dezentralen Ressourcenverteilung, welches bisher benutzt wurde. Mit dem Cloud Computing ist es allerdings nicht nur möglich, Hardware zu zentrieren. Auch das zentrale Anbieten von Cloud-Software kann mit dem Cloud Computing Prinzip realisiert werden. Genauer gesagt geht es beim Cloud Computing um drei große Gebiete. Zum einen können in der zentralen “Wolke” Anwendungen bereit gestellt werden. Man spricht deshalb auch von “SaaS” oder “Software as a Service”. Je nach Bedarf kann man dann auf seinen Content oder z. B. auf seine Finanzdaten zurückgreifen. Auch Kommunikationsverläufe, z. B. via Email sind zentral gelagert und von überall erreichbar. Ein weiterer Vorteil ist auch die Möglichkeit, bestehende Systeme, z. B. Netzwerke die nicht in der Cloud gelagert sind, zu administrieren und zu überwachen. Alle Applikationen sind dabei natürlich Clientfähig. Man kann also von verschiedenen Benutzerkonten aus die Anwendung benutzen und separaten Zugriff auf verschiedene Dinge erhalten. Der zweite große Bereich ist die Plattform. Hier spricht man auch von “PaaS”, von “Plattform as a Service”. Der Entwickler einer Software lädt das Programm in die Cloud hoch und von nun an kann sich diese selbst verwalten. Was sich im ersten Moment komisch anhören mag, ist anhand eines Beispiels aber schnell erklärt. So ist das seit dem 01.02.2010 verfügbare “Windows Azure” ein Cloud-Dienst von Microsoft. Gleichnamig existiert auch ein Betriebssystem mit dem Namen Azure, welches in der Cloud läuft. In dieser Plattform stellt Microsoft z. B. eine Datenbank und ein Synchronisierungsdienst zur Verfügung. Es gibt aber auch Ubuntu Cloud Lösungen. Der dritte Bereich ist das “IaaS”, der auch “Infrastructure as a Service” genannt wird. Auf dieser Ebene werden vor allem Ressourcen gebündelt. Dies kann z. B. Rechenleistung oder Speicherkapazitäten sein. Ein großer Vorteil ist dabei die Skalierbarkeit der Umgebung. Wenn mehr Speicherkapazität spontan benötigt wird, kann man den Speicher schnell und einfach erhöhen. Neben diesen drei großen Gebieten die es beim Cloud-Computing gibt, gibt es auch andere Kriterien, nach denen man Clouds einordnen kann. Beim Cloud-Computing gibt es ebenfalls die Möglichkeit, die Arten der Clouds näher zu bezeichnen. Dabei gibt es zwei große Überpunkte, die noch genauer von mehreren Unterpunkten differenziert werden können. Sogenannte “Private Clouds” bilden den ersten großen Überpunkt. Dabei setzt man voraus, dass sich Nutzer und Cloud-Computing-Anbieter kennen bzw. sogar die gleiche Person ist. Mit der Benutzung einer “Private Cloud” ergeben sich auch einige ganz wesentliche Vorteile, so besitzt z. B. das Thema der Datensicherheit nur noch eine untergeordnete Rolle. Man kann auch sagen, dass sich Anbieter und Nutzer in derselben Organisation oder Unternehmen befinden. Mittlerweile haben sich drei Unterpunkte herausgebildet, die das Wesen der Private Clouds näher kennzeichnen. In der “Exploratory Cloud” können z. B. Unternehmen die Funktionalität einer Cloud in einem gesicherten Umfeld ausprobieren. Damit kann man auf wirkungsvolle Art und Weise das Potenzial, aber auch die Nachteile einer Cloud ausloten. Diese Cloudart dient also nur zu Testzwecken. Die “Departmental Cloud” befindet sich innerhalb einer Abteilung, allerdings nicht innerhalb der gesamten Firma, womit die Abgrenzung zu der “Enterprise Cloud” genannt ist. In dieser letzten Form stammen Nutzer und Anbieter der Cloud aus unterschiedlichen Unternehmensteilen. Die zweite Art von Clouds ist die “Public Cloud”, bei der, wie der Name schon suggeriert, der Zugang öffentlich ist. Aufgrund der größeren Anzahl an Clients und vor allem aufgrund der Möglichkeit, dass man die anderen Benutzer der Cloud nicht persönlich kennen muss, greifen hier alle Probleme des Themas Datensicherheit. Jeder einzelne Benutzer der “Public Cloud” muss sich deshalb sehr genau überlegen, welche Daten er preisgeben möchte. Auch bei dieser Art gibt es wieder Unterkategorien. Die “Exclusive Cloud” setzt voraus, dass sich Anbieter und Nutzer kennen. Es gibt eventuell einen Vertrag über die Nutzung und Unbefugte haben keinen Zutritt. Die andere Form ist die “Open Cloud”. Bei dieser Form kennen sich Anbieter und Nutzer nicht. Das hat neben einigen Vorteilen auch Nachteile für Anbieter und Kunde. Der Kunde kennt die anderen Kunden nicht, was Vor- und Nachteil sein kann. Der Anbieter hingegen kann kein Input von den Nutzern bekommen und sein Produkt nicht weiter in eine bestimmte Richtung, etwa auf eine bestimmte Nutzergruppe zugeschnitten, weiterentwickeln. Weitere, kleinere Gruppen sind die Hybrid Cloud, die ihren Benutzern nach deren Wünschen eine ähnliche Umgebung wie in einer Private- oder Public Cloud (via NAS-Server) bietet und die Community Cloud. Bei dieser ist der Nutzerkreis kleiner und die Kosten können innerhalb des Kreises geteilt werden.

Cloud-Computing-Anbieter – Alte Hasen ganz weit vorn

CloudDie wichtigsten Cloud Computing Anbieter auf dem Markt sind alte Bekannte: Amazon, Google, Microsoft, IBM, Hewlett-Packard, die Deutsche Telekom, Salesforce und Fujitsu Technology Solutions teilen sich den Markt zu großen Teilen unter sich auf. Amazon z. B. hat unter dem Namen Amazon Web Services (AWS) seine gesamte Produktpalette seit 2002 stark ausgeweitet. Früher konnte man bei Amazon “nur”Rechenleistung (EC2), Speicherkapazität (S3) oder Datenbanken (SimpleDB) in der Cloud betreiben. Mittlerweile wurden diese Angebote stark erweitert. Bei Google werden hingegen fast alle Produkte direkt als Cloud-Service auf dem Markt gebracht. IaaS und PaaS gibt es bei Google nur für Entwickler und Start-ups in der Public Cloud. Microsoft hat in den letzten Jahren mit dem Satz “For the Cloud, we´re all in” eine klare Richtlinie vorgegeben. Neben der Plattform “Windows Azure” bietet Windows auch IaaS und SaaS, Private-, Public- und Hybrid-Cloud-Services an. Sogar das neue Office kann man zwar auch “normal” auf der heimischen Festplatte installieren, soll allerdings ebenfalls auch in der Cloud funktionieren.

Vorteile des Cloud Computing

Die Vorteile, die es beim Cloud-Computing gibt, sind vielfältiger Natur. Neben der einfachen Skalierbarkeit und der Ausfallsicherheit (welche zumindest in der Theorie gegeben ist), kann man auch Nutznießer der sogenannten “Schwarmintelligenz” sein. Eine mögliche Anwendung dieses Prinzipes gibt es schon seit vielen Jahren und hört auf den Namen Cloud-Security. So hat sich der Sicherheitssoftwareanbieter Panda Software 2009 mit dem Unternehmen Prometheus zu dem neuen Unternehmen Panda Security zusammengeschlossen, um eine Antivirensoftware für die Cloud zu entwerfen. Allerdings gab es die ersten Ansätze zu dieser Software schon seit Jahren. Der Vorteil einer Auslagerung ist nicht nur die Entlastung der eigenen Computerhardware. Die überwiegende Teil der Antivirenprogramme arbeitet nach dem Signaturprinzip, nachdem ein Schadprogramm erst erkannt und blockiert werden kann, wenn vorher der Softwarehersteller den Programmcode als schadhaft klassifiziert hat. Desto größer dabei die Anwenderzahl ist, desto größer ist auch die Anzahl der Möglichkeiten, einen schadhaften Code zu finden. Außerdem muss man sich auch nicht mehr um Datenbankupdates oder Ähnliches kümmern, da auch dies zentral aus der Cloud heraus gesteuert wird. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das Cloud Gaming, bei dem das Spiel von einem Server berechnet wird. Der Client schickt dabei dem Server die Nutzereingaben und der Server schickt dem Client die Audio- und Videodaten zurück. Bekannte Anbieter sind hier Gaikai und OnLive. Mit dem Cloud Storage kann man flexibel die Speicherkapazität immer dann erhöhen, wenn es braucht. Auch das Einrichten eines Cloud Backups kann man nur sehr empfehlen. Dabei werden die privaten, die auf dem heimischen Rechner vorhanden sind, z. B. in eine Exclusive Cloud hochgeladen. In dieser sind die Daten nun gegen Hardwareausfälle geschützt und man kann von überall auf die Daten zugreifen.

Zwischenfazit des Cloud Computing

Wie man sehen kann, sind die Vorteile des Cloud Computing vielfältig. Auch das Angebot an verschiedenen Cloud Computing Services ist gigantisch und dementsprechend groß ist zum einen die Neugier der eventuell baldigen Benutzer einer Cloud und zum anderen das Potenzial, welches das Cloud Computing noch besitzt.